Schuld und Sonne

© Kein & Aber Verlag

Erwachsenwerden kann tödlich sein: In Hitze, dem Debütroman des französischen Autors Victor Jestin, beobachtet der 17jährige Léo im Campingurlaub am Strand eines Nachts den Tod eines anderen Jungen. Er greift nicht ein und sieht beim Sterben zu. War es ein Unfall? War es Selbstmord? Ist Léo mitschuldig? Er versteckt die Leiche, doch das Gewissen hört nicht auf, ihn zu plagen. Die scheinbar lässig-entspannte Ferienatmosphäre wird zum Albtraum.

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Ein auswegloses Leben

© Kein & Aber Verlag

Mit Richard Wrights Sohn dieses Landes wurde 1940 zum ersten Mal in der Literaturgeschichte das Werk eines afroamerikanischen Autors zu einem kommerziellen Erfolg. So kraftvoll der Roman auch nach 80 Jahren noch wirkt, seine ästhetischen und ideologischen Schwächen sind unübersehbar.

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Nichts ist, wie es scheint

© Verlag Klaus Wagenbach

Ein Roman, der scheinbare Gewissheiten ins Wanken geraten lässt: In Sara Mesas Quasi begegnen sich ein alter Kauz und eine junge, in der Schule gemobbte Einzelgängerin. Schnell wird klar, die Geschichte kann nicht gut ausgehen. Doch dieser Text über zwei Außenseiter, über Freundschaft, Vertrauen und Missbrauch zieht einem beim Lesen immer wieder den Boden unter den Füßen weg.

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Tödlicher Schluckauf

© S. Fischer Verlag

In diesem Frühwerk des chilenischen Schriftstellers Roberto Bolaño verdüstert sich das romantische Paris der Vorkriegszeit zu einem surrealen Albtraum. Ein geheimnisvoller Dichter droht an Schluckauf zu sterben und ausgerechnet der weltfremde Akkupunkteur und Okkultist Pierre Pain soll ihn retten.

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Das Unerzählbare erzählen

© Secession Verlag

Wenn man künftig die Frage diskutiert, wie nachgeborene Generationen fiktional über die Shoa schreiben können, ohne der Banalisierung oder dem Kitsch zu verfallen, wird man stets auf dieses Buch zurückkommen müssen. Der Roman Kanada des jungen spanischen Autors Juan Gómez Bárcena, der vom qualvollen Weiterexistieren eines Lagerüberlebenden erzählt, ist ein literarisches Meisterwerk unserer Zeit.

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Zurück in die Zukunft

© S. Fischer Verlag

Um die viel beklagte Krise des Romans und seines eigenen Schreibens zu überwinden, stürzt sich Alfred Döblin in die tiefste Vergangenheit der Weltliteratur. In uralten indischen Epen findet er Anregung für seine Verserzählung Manas, in der von Tod und Wiedergeburt erzählt wird, von Errettung durch Liebe und der Frage, was den Menschen zum Individuum macht. Ein mutiges Stück experimenteller Literatur.

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“Was wird aus dem Menschen, wenn er so weiterlebt?”

© S. Fischer Verlag

Umweltzerstörung, technologischer Wandel, Überbevölkerung, Migration – die Themen in Alfred Döblins ambitioniertem Zukunftsroman Berge Meere und Giganten von 1924 könnten kaum aktueller sein. Denn nach wie vor leben wir in revolutionären Zeiten, die nach einer Neubestimmung des Verhältnisses von Mensch und Gesellschaft, Technik und Natur verlangen. „“Was wird aus dem Menschen, wenn er so weiterlebt?”“ weiterlesen

Nobelpreisträgerin in Stuttgart

Von links nach rechts: Moderatorin Prof. Dr. Schamma Schahadat (Universität Tübingen), Olga Tokarczuk, Übersetzer Stefan Heck.  © Julian Zündorf

Ein besonderer Abend: Vor 800 Zuhörerinnen und Zuhörern stellte die frisch gekürte Literaturnobelpreisträgerin Olga Tokarczuk in der Liederhalle Stuttgart ihren jüngsten Roman vor. “Die Jakobsbücher” handeln von einem jüdischen Sektenführer aus dem 18. Jahrhundert.

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Das ewige Grauen des Krieges

© S. Fischer Verlag

In seinem monumentalen Historienroman Wallenstein zeigt sich Alfred Döblin ganz auf der Höhe seiner erzählerischen Meisterschaft. Der Dreißigjährige Krieg wird hier nicht als Religionskonflikt geschildert, sondern als Folge skrupelloser Macht- und Finanzinteressen, die halb Europa in den Abgrund reißen. Damit zieht Döblin eine Parallele zum Ersten Weltkrieg, den er als Feldarzt hautnah miterlebt.

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Eine amerikanische Ehe

© Arche Literatur Verlag

Von Barack Obama zur Lektüre empfohlen, von der US-Kritik gefeiert. Tayari Jones’ Roman über ein Ehepaar, dessen Liebe und Bindung auf eine unerträglich harte Probe gestellt wird, zeichnet ein eindrucksvolles Porträt afroamerikanischer Wirklichkeit im 21. Jahrhundert.

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