Sterben und Weiterleben

© Suhrkamp Verlag

Wenn sich Literatur mit kontroversen Gegenwartsdiskursen auseinandersetzt, erschlägt der Inhalt oft die Form. Aber es gibt wohltuende Ausnahmen: Die Französin Maylis de Kerangal hat einen Roman geschrieben, der auf kunstvolle Weise ein heikles Thema unserer Gegenwart verhandelt. Die Lebenden reparieren erzählt multiperspektivisch und in klassizistisch geschliffener Prosa von den Umständen der modernen Transplantationsmedizin.

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Biographie im Romankostüm

© Hanser Verlag

Nach seinem Buch über Henry James hat der Ire Colm Tóibín erneut einen biographischen Roman über einen Großschriftsteller der Moderne vorgelegt. Routiniert werden entscheidende Episoden aus dem Leben Thomas Manns erzählt, doch als literarisches Kunstwerk überzeugt Der Zauberer nicht.

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Den Frühling hören – von Sibelius bis Rodgers & Hart

Der Frühling lässt in diesem Jahr ziemlich auf sich warten. Das Wetter mag nicht so recht mitspielen und die Pandemie wütet nach wie vor, auch wenn der Lichtstreif am Horizont mit jedem Tag heller wird.

Aber wenn es nicht warm und sonnig werden will und man an weitgehend die Wohnung gefesselt bleibt, dann muss man sich den Frühling eben anders beschaffen. Warum also nicht hören? Jaja, das hier ist eigentlich ein Literaturblog, aber Musik hilft mir gerade in schwierigen Zeiten oftmals besser als Literatur. Es folgt also eine kleine kommentierte Auswahl an klassischer Musik zum Thema Frühling. Weil Vivaldis Primavera oder Schumanns Frühlingssymphonie ja ziemlich bekannt sein dürften, habe ich fast ausschließlich etwas unbekanntere Stücke aus dem 20. Jahrhundert ausgesucht. Wie unterschiedlich diese Jahreszeit doch klingen kann…

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Nobelpreisträgerin in Stuttgart

Von links nach rechts: Moderatorin Prof. Dr. Schamma Schahadat (Universität Tübingen), Olga Tokarczuk, Übersetzer Stefan Heck.  © Julian Zündorf

Ein besonderer Abend: Vor 800 Zuhörerinnen und Zuhörern stellte die frisch gekürte Literaturnobelpreisträgerin Olga Tokarczuk in der Liederhalle Stuttgart ihren jüngsten Roman vor. “Die Jakobsbücher” handeln von einem jüdischen Sektenführer aus dem 18. Jahrhundert.

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Melancholie als Widerstand

Heute vor 75 Jahren wurde W. G. Sebald (1944-2001) geboren, einer der wichtigsten deutschsprachigen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts. Im angelsächsischen Raum wird er für seine außergewöhnlichen Prosatexte wie Austerlitz geradezu kultisch verehrt, hierzulande ist er immer noch viel zu unbekannt. Eine Würdigung des großen Archäologen der Erinnerungskultur.

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Mehr Expressionismus wagen! – Das Döblin-Projekt

Foto: Suse Byk / © Deutsches Literaturarchiv Marbach

Vor 90 Jahren erschien eines der bahnbrechendsten Werke der deutschen Literatur: Berlin Alexanderplatz von Alfred Döblin (1878-1957). So berühmt dieser Roman heute noch ist, das übrige Werk dieses herausragenden Schriftstellers der Weimarer Republik ist weitgehend in Vergessenheit geraten. Das möchte dieses Leseprojekt ändern.

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Literaturhinweise

Die Menge an Sekundärliteratur zu Alfred Döblin ist natürlich gewaltig. Hier finden sich ein paar Empfehlungen zum Einstieg. Ich verzichte auf allzu Fachspezifisches und beschränke mich auf allgemein verständliche, gut zugängliche Texte sowie Weblinks und Links zu Audio- und Video-Features bzw. -Vorträgen. Die Liste wird noch ergänzt.

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Das Döblin-Projekt. Vorstellung

© Deutsches Literaturarchiv Marbach

Heute beginne ich mein erstes Leseprojekt auf diesem Blog. Ich werde in den kommenden Monaten die gesamte erzählende Prosa von Alfred Döblin (1878-1957) in chronologischer Reihenfolge lesen. Im Abstand von etwa ein bis zwei Monaten werde ich hier nacheinander sämtliche Romane vorstellen, dazu die Erzählungen, das Versepos Manas und den halb-fiktionalen Bericht Die beiden Freundinnen und ihr Giftmord. Jeden neuen Beitrag zu diesem Projekt werde ich natürlich wie bisher auf Instagram und Twitter ankündigen.

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Ins Herz der Finsternis

© Verlag Klaus Wagenbach

Wie sehr bestimmt das Vergangene unsere Gegenwart? Diese Frage stellt Francesca Melandri in ihrem Roman Alle, außer mirVor der Tür der Lehrerin Ilaria steht eines Tages ein junger afrikanischer Flüchtling. Er behauptet, der Enkel ihres Vaters Attilio zu sein. Ilarias Nachforschungen zu ihrer Familiengeschichte führen sie in die dunkle Kolonialzeit des faschistischen Italiens.

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Die 35. Baden-Württembergischen Literaturtage – Teil II

© Stadt Ludwigsburg

Der zweite Teil meines Berichts über die 35. Baden-Württembergischen Literaturtage wartet mit einer Langen Kriminacht auf, folgt dem Flaneur Joseph Roth durch Paris und zeigt, wie düster sich die Science-Fiction die Zukunft unserer Metropolen ausmalt.

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